Verantwortungsvolles Spielen: Sicherheit, Prävention und Selbstschutz

Glücksspiel ist eine Form der Unterhaltung, die seit Jahrhunderten existiert. Doch wie bei vielen Dingen im Leben liegt der Schlüssel in der Balance. Für die überwiegende Mehrheit der Menschen ist das Spielen ein harmloses Freizeitvergnügen. Es gibt jedoch eine ernste Kehrseite: Wenn aus Spaß Zwang wird, kann Glücksspiel gravierende finanzielle, soziale und gesundheitliche Folgen haben.

Wir nehmen unsere Verantwortung als Anbieter sehr ernst. Spielerschutz ist für uns keine gesetzliche Pflichtübung, sondern der Kern unserer Unternehmensphilosophie. Wir möchten, dass Sie informierte Entscheidungen treffen. Diese Seite dient dazu, Sie über Risiken aufzuklären, Ihnen Werkzeuge zur Selbstkontrolle an die Hand zu geben und Ihnen Wege aufzuzeigen, falls Sie oder Angehörige Hilfe benötigen.

Brauchen Sie sofort Hilfe?

BZgA-Beratungstelefon zur Glücksspielsucht

0800 1 37 27 00

Kostenlos und anonym – Montag bis Donnerstag 10-22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10-18 Uhr

Die Realität: Glücksspielsucht verstehen

Pathologisches Glücksspiel ist eine anerkannte Krankheit. Sie entwickelt sich oft schleichend und kann Menschen aus allen Gesellschaftsschichten treffen. Es geht dabei nicht um Willensschwäche, sondern um komplexe psychologische Mechanismen, bei denen das Belohnungssystem des Gehirns auf den Reiz des Gewinnens – und paradoxerweise auch des Verlierens – reagiert.

Prävention beginnt mit dem Wissen um die eigenen Grenzen. Ein verantwortungsvoller Spieler sieht Glücksspiel als Ausgabe für Unterhaltung – ähnlich wie einen Kinobesuch – und niemals als Möglichkeit, Geld zu verdienen oder finanzielle Probleme zu lösen.

Warnsignale: Wann wird Spielen problematisch?

Es ist essenziell, das eigene Verhalten regelmäßig und ehrlich zu reflektieren. Spielsucht kündigt sich oft durch Verhaltensänderungen an, bevor der finanzielle Ruin eintritt. Bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit und prüfen Sie, ob eine oder mehrere der folgenden Aussagen auf Sie oder eine Ihnen nahestehende Person zutreffen:

  1. Gedankliche Vereinnahmung: Drehen sich Ihre Gedanken im Alltag häufig um das nächste Spiel oder die nächste Strategie, auch wenn Sie gerade nicht spielen?
  2. Toleranzentwicklung: Müssen Sie immer höhere Beträge setzen, um denselben Nervenkitzel oder die gleiche Aufregung zu spüren wie früher?
  3. Verlustjagd (Chasing Losses): Versuchen Sie nach einem Verlust, das verlorene Geld durch sofortiges Weiterspielen oder höhere Einsätze schnellstmöglich zurückzugewinnen?
  4. Kontrollverlust: Haben Sie bereits mehrfach erfolglos versucht, das Spielen einzuschränken, zu kontrollieren oder ganz aufzugeben?
  5. Verheimlichung: Lügen Sie gegenüber Familie, Freunden oder Therapeuten über das Ausmaß Ihres Spielverhaltens oder die Höhe Ihrer Verluste?
  6. Entzugserscheinungen: Reagieren Sie gereizt, unruhig oder ängstlich, wenn Sie nicht spielen können oder versuchen, das Spielen zu reduzieren?
  7. Flucht: Nutzen Sie das Glücksspiel, um Problemen auszuweichen oder um Gefühle von Hilflosigkeit, Schuld, Angst oder Depression zu betäuben?
  8. Gefährdung: Haben Sie aufgrund des Spielens bereits wichtige Beziehungen, Ihren Arbeitsplatz oder Bildungschancen gefährdet oder verloren?
  9. Bailout: Haben Sie sich darauf verlassen, dass andere Personen Ihnen Geld leihen, um eine durch das Spielen verursachte finanzielle Notlage zu beheben?
  10. Illegale Handlungen: Haben Sie jemals daran gedacht oder Maßnahmen ergriffen, sich Geld auf illegale Weise zu beschaffen, um spielen zu können?

Wichtiger Hinweis

Wenn Sie auch nur eine dieser Fragen mit "Ja" beantwortet haben, empfehlen wir dringend, Ihr Spielverhalten sofort einzustellen und professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

Konkrete Werkzeuge zur Selbstkontrolle

Gemäß den strengen Vorgaben des deutschen Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV 2021) und darüber hinaus, stehen Ihnen diverse technische Hilfsmittel zur Verfügung, um Ihr Spielverhalten aktiv zu steuern. Nutzen Sie diese Tools präventiv, nicht erst, wenn Probleme auftreten.

Einzahlungslimits (Deposit Limits)

Das wichtigste Instrument ist das monatliche Einzahlungslimit. In Deutschland gilt für legales Online-Glücksspiel in der Regel ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von maximal 1.000 Euro pro Monat. Sie können dieses Limit in Ihrem Spielerkonto jederzeit nach unten korrigieren. Eine Senkung des Limits wird sofort wirksam, während eine Erhöhung erst nach einer gesetzlichen Wartezeit (in der Regel 7 Tage) greift.

Zeitlimits und Sitzungslimits

Setzen Sie sich Grenzen, wie lange Sie eingeloggt bleiben dürfen. Ein "Reality Check" (Realitätscheck) unterbricht Ihr Spiel in festen Intervallen (z.B. jede Stunde), zeigt Ihnen Ihre Gewinne und Verluste sowie die verstrichene Zeit an und erfordert eine aktive Bestätigung, bevor Sie weiterspielen können. Dies durchbricht den sogenannten "Tunnelblick".

Der Panik-Button (24-Stunden-Sperre)

Auf jeder Seite eines lizenzierten deutschen Anbieters muss gut sichtbar ein "Panik-Button" vorhanden sein. Ein Klick darauf löst sofort eine kurzzeitige Sperre von 24 Stunden aus. Dies ist eine Notbremse, wenn Sie merken, dass Sie die Kontrolle verlieren oder wütend spielen (Tilt).

Aktivitätsübersicht

Sie haben jederzeit Zugriff auf Ihre Spielhistorie. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Ein- und Auszahlungen. Die nackten Zahlen lügen nicht und helfen Ihnen, die Realität nicht aus den Augen zu verlieren.

Das OASIS-Sperrsystem

Ein zentraler Baustein des Spielerschutzes in Deutschland ist das bundesweite Sperrsystem OASIS (Onlineabfrage Spielerstatus). Alle lizenzierten Glücksspielanbieter in Deutschland (Online-Casinos, Sportwettenanbieter, Spielhallen, Spielbanken) sind an dieses System angeschlossen.

Was ist eine Selbstsperre?

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie Ihr Spielverhalten nicht mehr unter Kontrolle haben, können und sollten Sie sich selbst sperren lassen. Eine Eintragung in OASIS bewirkt, dass Sie deutschlandweit bei keinem legalen Glücksspielanbieter mehr spielen können.

Wie beantrage ich eine Sperre?

Sie können die Sperre direkt beim Regierungspräsidium Darmstadt (der zuständigen Behörde für das Sperrsystem) oder bei jedem lizenzierten Glücksspielanbieter beantragen.

OASIS-Sperrsystem Informationen:

Webseite: www.oasis-spiel.de

Dauer: Eine Selbstsperre beträgt mindestens 3 Monate. Wird kein Zeitraum genannt, gilt sie für ein Jahr.

Aufhebung: Eine Sperre läuft nicht automatisch ab. Sie muss nach Ablauf der Mindestdauer schriftlich beantragt werden.

Die Fremdsperre

Auch Dritte (z.B. Angehörige oder die Glücksspielanbieter selbst) können eine Sperre beantragen, wenn sie durch Dokumente belegen können, dass ein Spieler spielsuchtgefährdet oder überschuldet ist. Der betroffene Spieler erhält vor Eintragung der Sperre Gelegenheit zur Stellungnahme.

Professionelle Hilfe und Beratungsstellen

Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich Hilfe zu suchen, sondern ein Zeichen von Stärke und Verantwortungsbewusstsein. In Deutschland gibt es ein hervorragendes Netzwerk an kostenlosen, anonymen und professionellen Beratungsstellen.

BZgA – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Telefon: 0800 1 37 27 00 (Kostenlos und anonym)

Erreichbarkeit: Montag bis Donnerstag 10 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr

Webseite: www.bzga.de

Check dein Spiel

Offizielles Portal der BZgA speziell für Glücksspielsucht. Hier finden Sie Selbsttests, ein Online-Beratungsprogramm ("Check-Out") und Adressen von Beratungsstellen in Ihrer Nähe.

Webseite: www.check-dein-spiel.de

Fachverband Glücksspielsucht e.V.

Ein Zusammenschluss von Experten, der ebenfalls Hilfe vermittelt und Aufklärungsarbeit leistet.

Webseite: www.gluecksspielsucht.de

Spielen mit Verantwortung

Informationen zu Prävention und Hilfsangebote der Landeskoordinierungsstellen.

Webseite: www.spielen-mit-verantwortung.de

Vertraulichkeit garantiert

Diese Organisationen unterliegen der Schweigepflicht. Ihre Daten und Ihre Geschichte werden vertraulich behandelt.

Die goldenen Regeln der Prävention

Um sicherzustellen, dass das Spielen ein reines Freizeitvergnügen bleibt, sollten Sie folgende Grundsätze verinnerlichen:

Budget festlegen

Bestimmen Sie einen fixen Betrag, den Sie verlieren können, ohne dass es Ihren Alltag beeinträchtigt. Ist dieses Geld weg, ist das Spielen für diesen Monat beendet.

Keine geborgten Gelder

Spielen Sie niemals mit Geld, das Sie sich geliehen haben, oder das für Miete, Lebensmittel oder Rechnungen bestimmt ist.

Zeitmanagement

Setzen Sie sich ein Zeitlimit. Stellen Sie sich notfalls einen Wecker.

Klarer Kopf

Spielen Sie niemals unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder starken Medikamenten. Diese Substanzen beeinträchtigen Ihre Urteilsfähigkeit und erhöhen die Risikobereitschaft.

Nicht in Krisen

Spielen Sie nicht, wenn Sie sich schlecht, depressiv oder gestresst fühlen. Glücksspiel ist kein Medikament gegen seelischen Schmerz.

Pausen machen

Legen Sie regelmäßige Pausen ein. Gehen Sie an die frische Luft. Holen Sie sich in die Realität zurück.

Gewinnwahrscheinlichkeiten verstehen

Das Haus hat langfristig immer einen mathematischen Vorteil. Gewinne sind Zufall, keine Fähigkeit.

Der rechtliche Rahmen: Warum wir so handeln

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat das Online-Glücksspiel in Deutschland neu geregelt. Ziel dieses Gesetzes ist vorrangig der Schutz von Spielern und Minderjährigen sowie die Bekämpfung der Glücksspielsucht.

Als lizenzierter Anbieter sind wir gesetzlich verpflichtet:

Diese Maßnahmen dienen Ihrer Sicherheit. Wir operieren unter der Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Informationen für Angehörige und Freunde

Spielsucht ist eine "Familienkrankheit" – sie betrifft nicht nur den Spieler, sondern das gesamte soziale Umfeld. Wenn Sie vermuten, dass ein Partner, Freund oder Familienmitglied ein Problem hat:

Jugendschutz

Glücksspiel ist für Minderjährige gesetzlich verboten. Wir führen strenge Identitätsprüfungen durch, um sicherzustellen, dass keine Person unter 18 Jahren Zugang zu unserem Angebot erhält.

Wir appellieren auch an Eltern:

Wichtiger Hinweis

Glücksspiel kann süchtig machen. Teilnahme erst ab 18 Jahren.

Infos und Hilfe unter www.bzga.de

Wenn Sie das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren, zögern Sie nicht: Nutzen Sie die Sperrfunktion oder rufen Sie die Hotline an. Ihre Gesundheit und Ihr Wohlergehen stehen über jedem Spiel.